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1. Praxistag der Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen am 27. März in Erfurt

Dieses Jahr fand der Praxistag für die Thüringer Schuldnerberater*innen in den Räumlichkeiten des TWSD im Erfurter Südosten statt. In einer kurzen Einführung erhielten die Berater*innen Veranstaltungshinweise für das laufende Jahr und eine Sachstandsmeldung zu der Überarbeitung der Qualitätsstandards. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse eines Kooperationsprojekts zwischen Fachberatungsstelle, Schuldnerberatungsstellen und der Universität Jena präsentiert. Die entstandenen Informationsgrafiken zum Ablauf von Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung können von den Schuldnerberater*innen dazu genutzt werden die komplizierten Prozesse leicht verständlich zu vermitteln.

 

 Lisa Spantig von der LMU München

 

Der Vormittag war thematisch den Auswirkungen von Armut und Knappheit auf das Entscheidungsvermögen gewidmet. Hierzu referierte Frau Lisa Spantig von der LMU München über die Zusammenhänge von Geldsorgen, Schlaflosigkeit, Stress, Ungeduld und Problemlösungskompetenz – kurz: Armut führt zu schlechten Entscheidungen und schlechte Entscheidungen führen zu Armut.

 

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Berater*innen Gelegenheit in Gruppenarbeit die Inhalte auf ihren konkreten Arbeitsalltag zu übertragen, Belastungen bei den Klient*innen und sich selbst sowie Lösungswege zusammenzutragen. Für die Schuldnerberatung resultieren daraus, neben einem besseren Verständnis für bestimmte Verhaltensweisen, auch Maßnahmen die Stress reduzieren und das Entscheidungsverhalten positiv zu beeinflussen.

 

Am Nachmittag hatten die Berater*innen ausgiebig Gelegenheit gemeinsam mit Olaf Gelbhaar - Fachberater für den Bereich Recht - besondere Fälle aus dem Arbeitsbereich der Verbraucherinsolvenzberatung, u.a. zum Pfändungsschutzkonto und den Obliegenheiten in der Wohlverhaltensperiode, zu bearbeiten und die gewonnenen Erkenntnisse in ihr Tagesgeschäft einfließen lassen zu können.