Aktionen

Pressegespräch im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung 2017

Bundesweit konnten von den 6,85 Millionen überschuldeten Menschen lediglich 10 % in einer sozialen Schuldnerberatungsstelle beraten werden. Diese Situation ist auch in Thüringen zu verzeichnen. Gründe dafür sind die nicht ausreichende und bedarfsgerechte Finanzierung und personelle Ausstattung der Beratungslandschaft. Deshalb stehen die Maßnahmen der diesjährigen Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Überschuldete brauchen starke Beratung“. Ziel ist, die Öffentlichkeit für die Themen privater Überschuldung und Schuldnerberatung zu sensibilisieren. Politische Entscheidungsträger sind mehr denn je aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine fachlich gute Schuldnerberatung zu verbessern. Ein flächendeckendes, niederschwelliges und offenes Beratungsstellennetz ist notwendig, um den tatsächlichen Bedarf an Beratung zu decken, lange Wartezeiten zu vermeiden und alle Menschen in finanziellen Notlagen zu erreichen.

Aus diesem Grund lud die Fachberatungsstelle in Zusammenarbeit mit den VerbandsvertreterInnen der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen am 21. Juni zu einem Pressegespräch in die AWO Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle nach Eisenach ein.

 Der gemeinsame Austausch zwischen Beratungsfachkräften, Verbandsvertreterinnen und dem zuständigen Ministerium in Anwesenheit der Presse hatte zum Ziel, die aktuelle Sachlage aus den verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und einen gemeinsamen Konsens zur Verbesserung der bisherigen Strukturen zu finden.

 

Überschuldungsprävention an der staatlichen berufsbildenden Schule in Sömmerda

Schulsozialarbeiter Lars Stötzer organisierte und führte am 12.06.2017 für die Klassen des Berufsvorbereitenden Jahres der sbbS Sömmerda, die kurz vor dem Abschluss stehen, eine Präventionsveranstaltung zum Thema „Überschuldung“ durch. 

 

Bei der Veranstaltungskonzeption, der Material- und Methodenentwicklung sowie Aufbereitung und bei der Durchführung der Veranstaltung wurde er durch die Fachberaterin für Schuldenprävention Frederike Fernández Álvarez unterstützt. Das Risiko in die Überschuldung zu geraten ist bei Jugendlichen, die kurz vor dem Übergang in ein eigenverantwortliches Leben stehen, besonders hoch, da die volle Geschäftsfähigkeit viele und neue Möglichkeiten bietet am Konsumleben teilzuhaben. Themen wie bspw. die „erste eigene Wohnung“ zeigen dabei realistische, notwendige und weniger notwendige Kosten auf und verdeutlichen die Erfordernis sich einen Überblick zu verschaffen und sein eigenes Budget zu kennen.

 

 

Fachveranstaltung "Schulden wegen Sucht, Sucht wegen Schulden?" vom 18.05.

Am 18. Mai fand in Erfurt eine Fachveranstaltung -gemeinsam durchgeführt durch die LIGA Fachberatungsstelle (FBS) und die Thüringer Landesstelle für Suchtfragen (TLS)- unter dem Thema Schulden wegen Sucht, Sucht wegen Schulden? statt. Knapp 30 Teilnehmende aus verschiedenen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit kamen dafür aus ganz Thüringen nach Erfurt. Nach der Begrüßung von Dörte Peter/ TLS stellten die beiden Referentinnen Anne Schlufter, Schuldnerberaterin des MitMenschen e.V. und Claudia Adamczyk, Suchtberaterin der SiT Thüringen, ihre Perspektiven zur Komplexität des Themas Sucht und Schulden und Formen der Kooperation vor, zu denen sich im Anschluss alle Teilnehmenden auszutauschen konnten.

 

 

Im WorldCafé, moderiert durch Dörte Peter (TLS), Frederike Fernández (FBS) und Anja Draber (FBS) wurden an drei Thementischen folgende Fragen bearbeitet:

  • Netzwerke, gibt’s die?
  • Herausforderungen der Netzwerkarbeit
  • Mehrwert durch Netzwerke

Mit der Auswertung der Thementische wurde deutlich, wie vielfältig Netzwerkarbeit bereits erfolgt und welchen Mehrwert alle Beteiligten daraus erfahren. Um darzustellen, mit welchen Problemen auch Kinder aus Suchtbelastenden Familien aufwachsen, zeigten die Veranstalterinnen zum Anschluss den Film ZOEY vom Medienprojekt Wuppertal.

 

Diese Veranstaltung fand innerhalb der Nationalen Aktionswoche Alkohol 2017 statt.

Teilnahme der LIGA-Fachberatungsstelle an der "Internationalen Konferenz zu Finanzdienstleistungen des iff Hamburg - Reform der Reform, was tun um Altersarmut abzuwenden?" vom 11./12. Mai

Auch das Institut für Finanzdienstleistungen e.V. widmete sich bei der diesjährigen Konferenz zu Finanzdienstleistungen dem Thema Altersarmut, Vorsorge für das Alter und Überschuldung im Alter.

 

Die verschiedenen Plenen gaben für Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Verbraucherschutz, Wirtschaftsunternehmen und Schuldnerberatung die Möglichkeit über Alternativen zur Altersvorsorge zu diskutieren. Klassische Altersvorsorge ist auf Grund der Niedrigzinsphase kaum noch rentabel, die staatlich geförderte private Altersvorsorge wird bei Grundsicherungsbezug auf die Leistungen angerechnet und die gesetzliche Rente unterliegt zusehends mehr Kürzungen. Dies ist die Ausgangslage für Ansätze wie die sogenannte Bürgerversicherung, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen sollen bzw. die Pflichtrentenversicherung für Selbstständige mit einkommensabhängigen Mitgliedsbeiträgen oder die Deutschlandrente, bei der Arbeitnehmer in einen zentralen Fonds einzahlen können und Fondsmanager das Geld anschließend am Kapitalmarkt anlegen. Die verschiedenen Blickwinkel führten zu regen Diskussionen und verdeutlichten auch welche Bezüge die Diskussionspartner und Teilnehmer*innen zu verschiedenen sozialen Milieus haben. Das Thema soziale Gerechtigkeit unterliegt demnach einer individuellen Definition, wünschenswert wäre es aber hier einen gemeinsamen Nenner zu finden.

 

In den diversen Workshops und Vorträgen wurden unter anderem verbraucherschutzrelevante Themen wie "Restschuldversicherung bei Krediten"

 

 

oder Missbrauchsfälle von Kredit- und Girokarten behandelt, aber auch internationale Altersvorsorgemodelle sowie aktuelle Anlegemöglichkeiten wie "Roboadvisory" (Geldanlageberatung mittels Onlineformulare) vorgestellt. In Bezug auf die Altersüberschuldung stellte im Workshop "Arm im Alter - die Prävention in der Pflicht" erarbeiteten die Teilnehmer*innen mit den Referenten aus Schuldnerberatung, Budgetberatung und Präventionsarbeit Möglichkeiten der Transitionsberatung. Eine Budgetberatung zum Übergang von Erwerbsleben in den Ruhestand, die einer Altersüberschuldung vorbeugen soll.

 

Neben der klassischen Schuldnerberatung und deren Vernetzung mit bsp. Seniorenvertretungen, könnte die bereits jetzt angebotene Rentenberatung diese Übergangskalkulation zusätzlich beinhalten.

 

Für weitere inhaltliche Fragen können Sie bei Frau Fernández, Fachbereich Prävention kontaktieren.

Veranstaltung "Schulden wegen Sucht, Sucht wegen Schulen?" am 18.05.

Die LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen wird am 18. Mai 2017 eine Fachveranstaltung gemeinsam mit der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V. zum Thema Schulden wegen Sucht, Sucht wegen Schulen? durchführen. Der Zusammenhang zwischen Schulden und Sucht ist hinlänglich bekannt. Diese Veranstaltung widmet sich nach einem fachlichen Input durch zwei praxiserfahrene Kolleginnen aus der Sucht – und Schuldnerberatung dem fachlichen Austausch und der Netzwerkarbeit dieser beiden Handlungsfelder.

 

Weitere Informationen sowie die Anmeldemodalitäten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

 

1. Praxistag Schuldnerberatung 2017

Am 29.03.2017 thematisierte die Fachberatungsstelle, in dem zweimal jährlich stattfindenden Praxistag für die Thüringer Schuldnerberaterinnen und Schuldnerberater, diesmal das zunehmende Problem der Altersarmut und die damit einhergehende Altersüberschuldung. Dazu erhielten die Anwesenden einen Einblick in die aktuelle Lage (Armutsgefährdungs-, Überschuldungsquoten der älteren Betroffenen, sowie die Risiken, die zur Altersüberschuldung führen können) in Deutschland und Thüringen sowie eine Einführung in die Sozialberatung von älteren Schuldnern und Schuldnerinnen durch die Fachberatung Schuldenprävention Frederike Fernández Álvarez.

 

 

Daraufhin gab Oliver Tege vom Sozialverband vdk – Kreisverband Erfurt e.V. einen sehr guten Überblick über die rechtlichen Besonderheiten, die sich beim Übergang vom Erwerbsleben in die diversen Renten (Erwerbsminderungsrente, Altersrente, FlexiRente etc.) ergeben können und worauf Betroffene achten sollten.

 

Im Anschluss stellte Olaf Gelbhaar, Fachberatung Recht, juristisch komplexe Fragestellungen, die sich aus Praxisfällen in Bezug auf die Verbraucherinsolvenz ergeben vor, die im gemeinsamen Austausch mit den Beraterinnen und Beratern beantwortet wurden.

 

 

Der nächste Praxistag wird am 20. September 2017 stattfinden.

PM: Immer mehr Verbraucherinsolvenzen in Thüringen: Beratungsangebot muss ausgebaut werden

Erfurt, 16.03.2017. Immer mehr überschuldete Thüringer benötigen Hilfe. Ein Ausbau des Beratungsangebotes ist deshalb unbedingt erforderlich, um längere Wartezeiten für Betroffene zu vermeiden. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege appelliert  an die Landespolitik, die Förderung der Verbraucherinsolvenzberatungsstellen zu verbessern. „Ein Ausbau des Beratungsangebotes in unbedingt notwendig“, unterstreicht der Geschäftsführer  der LIGA, Hans-Otto Schwiefert.

 

Die jüngsten Zahlen der Statistikämter in Bund und Land untermauern die Forderung der LIGA. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im vergangenen Jahr 1822 Thüringerinnen und Thüringer private Insolvenz angemeldet. Das waren 144 Verfahren bzw. 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gehört der Freistaat zu den wenigen Bundesländern, in denen die Verbraucherinsolvenzen im vergangenen Jahr bereits wieder angestiegen sind.

 

Parallel dazu nimmt die Komplexität und Intensität der Beratungsfälle zu. Die Folge sind stetig anwachsende Wartezeiten in den Verbraucherinsolvenzberatungsstellen. Für viele Ratsuchende ist das eine enttäuschende Entwicklung. Denn oft haben sie sich erst nach einem längeren Prozess dazu durchgerungen, Rat und Hilfe in ihrer persönlich schwierigen Situation zu suchen. „Längere Wartezeiten bis zu einem ersten Beratungsgespräch sind dann kontraproduktiv“, unterstreicht Schwiefert.

 

Überschuldung ist kein Randphänomen. Nach den Zahlen der Creditreform Wirtschaftsforschung gilt ungefähr jeder neunte volljährige Bürger Thüringens als überschuldet. Dem stehen derzeit lediglich ca. 22 Vollzeitstellen für Beratungsfachkräfte in der Verbraucherinsolvenzberatung gegenüber. „Wenn wir eine wirksame Beratung in Thüringen haben wollen, dann muss die Förderung schnell verbessert werden“, so Schwiefert.

 

Für Rückfragen zum Thema stehen Ihnen Frau Bernadette Drapatz vom Caritasverband für das Bistum Erfurt e.V.,  Tel. 0361/6729-166  zur Verfügung.

Kontakt

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V.
 
Fachberatungsstelle
Arnstädter Straße 28
99096 Erfurt
Thüringen
 
Tel:       (0361) 74438-120 bis 122
Fax:      (0361) 74438-123
 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!