Schriftgröße

Anmeldung

Anmelden

PM: Aktionswoche Schuldnerberatung 2016: Krankheit führt oft in die Überschuldung

Krankheit führt oft in die Überschuldung. Gesundheitliche Probleme wie Krankheit, Sucht oder Unfallfolgen sind für jeden siebten Klienten (13,5 Prozent) einer Schuldnerberatungsstelle der hauptsächliche Auslöser für die finanziellen Probleme.  Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor, an der auch die Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen teilgenommen haben. Noch höher liegt der Anteil der Betroffenen unter den arbeitslosen Menschen. Bei 16,6 Prozent der Arbeitslosen sind gesundheitliche Probleme der Auslöser für Überschuldung, so Anja Draber von der LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen.

 

Auf die weitreichenden Folgen von Überschuldung macht auch die Aktionswoche Schuldnerberatung aufmerksam, die noch bis zum 10. Juni läuft. Sie steht unter dem Motto „Schulden machen krank – Krankheit macht Schulden.“

 

Überschuldete Personen haben gegenüber nicht Überschuldeten ein zwei- bis dreifach höheres Risiko krank zu werden. Als Reaktion auf die finanzielle Krise kommt es zu psychischen, physischen und psychosomatischen Leiden. Die finanzielle Notlage beeinflusst auch das individuelle Gesundheitshalten negativ, beispielsweise wenn es um gesunde Ernährung oder ausreichende Bewegung geht. Und: Überschuldete haben geringere Chancen, sich mit angemessenen Gesundheitsleistungen versorgen zu können. Die Beratungsstellen berichten immer wieder von Fällen, bei denen überschuldete Menschen ihre ärztlichen Rezepte nicht einlösen, weil sie die Zuzahlungen für Medikamente nicht aufbringen können. Außerdem sind sie oft nur schlecht über kostenlose Gesundheitsleistungen und Vorsorgeuntersuchungen informiert und nehmen diese nur selten in Anspruch.

 

Rückfragen an:

 

Anja Draber

Familienorientierte Überschuldungsprävention der LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung und Schuldenprävention.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

0361 744 38 120

Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung 2016

Die diesjährige Aktionswoche Schuldnerberatung findet vom 06.06. – 10.06.2016 deutschlandweit statt und steht unter dem Thema

 

SCHULDEN MACHENKRANKheit macht Schulden.

 

Krankheit ist häufig Auslöser von Überschuldungssituationen und entsteht als Folge auch aus den extrem belastendenden Situationen, in denen sich Betroffene befinden. „Krankheit wirkt hinsichtlich Überschuldung also sowohl problemauslösend als auch problemstabilisieren und im schlechtesten Fall problemverstärkend.“ wie es Matthias Bruckdorfer, Sprecher der AG SBV konstatiert.

 

Die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren ist ein Ziel, das die AG SBV mit ihrem diesjährigen Aufruf zur Aktionswoche Schuldnerberatung verfolgt.

 

Näherer Informationen unter:

http://www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

 

Praxistage 2016

Ort:

Erfurt (LIGA-Geschäftsstelle)
Arnstädter Straße 50 (Eingang Humboldstraße)
99096 Erfurt
Datum: 13. April, 28. September 2016

Die Praxistage richten sich an die Thüringer Schuldner- und VerbraucherinsolvenzberaterInnen.

PM: Vorsicht bei Weihnachtsgeschenken auf Pump – Schuldnerberater: Festtage können schnell zur Schuldenfalle werden

Erfurt, 26.11.2015  Vorsicht bei Ratenkrediten für Weihnachtsgeschenke. Die können schnell in die Schuldenfalle führen, warnen die Schuldnerberater der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege. Gerade zur Weihnachtszeit locken Unternehmen oft mit Ratenkrediten oder anderen Möglichkeiten, Zahlungen für Weihnachtspräsente zu strecken oder zu verschieben. „Hier lauern große Gefahren, in die Überschuldung zu geraten“, so Anja Draber von der Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbrauchinsolvenzberatung und Schuldenprävention der LIGA.

 

Weihnachten ist ein Fest, das bei den meisten Familien einen sehr hohen Stellenwert einnimmt und gerade in diesen Tagen möchte man seine Lieben mit besonderen Überraschungen verwöhnen. Sehr schnell kommen dann Summen zusammen, die nicht ohne weiteres aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden können. Und oft fällt es den Eltern schwer, die Wunschzettel der Kinder nicht zu erfüllen.

 

Ratenkredite scheinen dafür den Ausweg zu bieten. Doch auch viele kleine Zahlungsverpflichtungen können sehr schnell dazu führen, dass der Überblick verloren geht und dass diese Verpflichtungen noch lange Zeit die Haushaltskasse belasten können.

 

Um dem vorzubeugen ist es wichtig, langfristig und realistisch zu kalkulieren, sich mit anderen Schenkenden wie den Großeltern abzustimmen und Geschenke auf viele Schultern zu verteilen sowie genau zu prüfen, was das Haushaltsbudget zulässt. Dann hat man auch nach Weihnachten noch Freude an den Geschenken und kann sich ebenso auf das nächste Jahr freuen.

 

Rückfragen an:

Anja Draber

Familienorientierte Überschuldungsprävention der LIGA Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung und Schuldenprävention.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

0361 744 38 120

Forum Schuldnerberatung – Fachliche und sozialpolitische Entwicklungen in der Schuldnerberatung vom 26. bis 27.11.2015 in Berlin

Teilnahme der LIGA - Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen.

 

 

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. führte die Fachveranstaltung gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) durch.

Im Fokus standen die gegenwärtigen Veränderungen in zentralen Lebensbereichen wie Erwerbsarbeit, Familie, private Haushalte sowie Markt und Konsum.

Es wurde erörtert, mit welchen konzeptionellen und methodischen Handlungsansätzen Personen und Haushalte durch die Schuldnerberatung unterstützt werden und wie sozialrechtliche Regelungen dazu beitragen können, Schuldnerberatung als Beratungsangebot zur Vermeidung und Überwindung von Überschuldung im Rahmen der Existenzsicherung sicher zu stellen.

Bezug genommen wurde auf das diesjährige Motto der im Juni stattgefundenen Aktionswoche Schuldnerberatung: Arm und überschuldet – trotz Arbeit.

Die mehr als 80 Teilnehmenden konnten ihre Kenntnisse über die Entstehung und Verläufe von Überschuldung sowie sozialrechtliche Regelungen der Schuldnerberatung vertiefen. Folgende Themen wurden als Hauptvorträge angeboten:

  • Soziale Ungleichheit durch Prekarisierung in der Arbeitswelt? -   Handlungsstrategien von Menschen zwischen Fürsorge und prekärer Beschäftigung (Dr. Phillip Staab)
  • Ressourcen von Familien im Wandel – neue Risiken der Überlastung? (Prof. Dr. Andreas Wittrahm)
  • Prekäre Lebensverhältnisse und Wandel wohlfahrtsstaatlicher Institutionen – Nachhaltig wirksame Schuldnerberatung setzt echte Ursachenanalyse und einen gerechten Zugang voraus! (Prof. Dr. Uwe Schwarze)

Unter dem Motto: „Herausforderungen für die zukünftige Schuldnerberatung“ wurden am zweiten Veranstaltungstag drei Workshops angeboten.

SchuldnerAtlas 2015

Der jährlich erscheinende SchuldnerAtlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform beleuchtet die Verteilung und Entwicklung der privaten Verbraucherüberschuldung innerhalb Deutschlands. Der diesjährige Sonderbeitrag ist dem Thema: „Armutsüberschuldung im Alter“ gewidmet und wurde von Dr. Rudolf Martens vom Paritätischen Gesamtverband Berlin verfasst.

 

Plus 44 000 Fälle haben die deutschlandweite Überschuldungsquote (alle SchuldnerInnen Ü18 Jahre) von 9,90 auf 9,92 Prozent ansteigen lassen. Die vergleichsweise geringe Zunahme resultiert aus der hohen Zuwanderungsrate. Die Zahl der Überschuldungsfälle in Deutschland beträgt derzeit 6,72 Millionen (im Vorjahr: 6,67 Millionen). Fälle mit hoher Überschuldungsintensität (vereinfacht: juristische Sachverhalte) stiegen mit 57 000 Fällen um 1,5 Prozent. 3,35 Millionen Haushalte sind überschuldet und nachhaltig zahlungsgestört (2014: 3,34 Millionen).

 

Die mittlere individuelle Schuldenhöhe beträgt 34 000 Euro. Das Gesamtschuldenvolumen der überschuldeten Privatpersonen liegt deutschlandweit bei 228 Milliarden Euro.

 

Die Zahl der Überschuldungsfälle hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen: ca. 4,14 Millionen Männer und 2,58 Millionen Frauen gelten als überschuldet (Frauen: +19 000 Fälle, Schuldnerquote 7,39 Prozent, Männer: +25 000 Fälle, Schuldnerquote 12,61 Prozent). Trotzdem ein Wandel der Geschlechterrollen lange eingesetzt hat, Frauen über eigene Geldmittel verfügen bzw. Allein Erziehende und damit Haupteinkommensbezieherinnen sind, sind besonders allein lebende Männer häufiger von Überschuldung betroffen. Zu zwei Dritteln sind Männer die Haupteinkommensbezieher in Haushalten und zeigen sich risikofreudiger etwa bei der Inanspruchnahme von Krediten. Frauen weisen häufiger eine geringe Überschuldungsintensität auf und die durchschnittliche Schuldenhöhe (Frauen: 27 600 Euro / Männer: 39 100 Euro) fällt geringer aus.

 

„Junge Überschuldung“ (U30) zeigt einen weiter rückläufigen Trend (-60 000 Fälle, 1,69 Millionen SchuldnerInnen), bleibt jedoch mit knapp 15 Prozent Überschuldungsquote weiter virulent. Über 70-Jährige sind in 150 000 Fällen (+16 000 Fälle, Schuldnerquote 1,16 Prozent) betroffen; 60-69-Jährige (+28 000 Fälle, Schuldnerquote 5,25 Prozent) in 471 000 Fällen.

 

„Big five“ der Überschuldungsauslöser bleiben weiterhin Arbeitslosigkeit (18 Prozent), Trennung/Scheidung/Tod (12 Prozent), Erkrankung/Sucht/Unfall (12 Prozent), unwirtschaftliche Haushaltsführung (12 Prozent) und gescheiterte Selbständigkeit (8 Prozent).

 

Besonders die Gründe Krankheit und unwirtschaftliche Haushaltsführung haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt.

 

In Thüringen sind mehr als 170 000 Frauen und Männer überschuldet. Mit einer leicht angestiegenen Schuldnerquote von 9,08 (+0,02 Prozent) belegt Thüringen damit weiter Rang 3 nach Bayern (7,12 Prozent) und Baden-Württemberg (8,09 Prozent). In den Städten Erfurt, Eisenach, Suhl, Weimar und im Kyffhäuserkreis liegt die Quote zwischen 10 und 13 Prozent. Bundesweit ist in den Städten generell eine höhere Überschuldungsquote zu beobachten. Die Zahlen vom Vorjahr haben sich i.d.R. nur geringfügig verändert. Die geringste Überschuldungsquote hat die Stadt Jena mit 5,73 Prozent, die höchste hat Eisenach mit 12,24 Prozent.

 

Folgende Gegenmaßnahmen legt der SchuldnerAtlas neben Prävention und Beratung nahe:

  • Weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit.
  • Höhere und gezieltere Bildungsinvestition zur Förderung von Finanzkompetenz der gesamten Bevölkerung, insbesondere bei jungen und bei älteren VerbraucherInnen.
  • Stärkere politische Sensibilisierung für die Belange überschuldeter Personen.
  • Stärkung und Ausbau der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung, einschl. sozialmedizinischer Beratungs- und Informationsangebote zur Gesundheitskompetenz und den Einsatz von „Familienpaten“ bei stark und dauerhaft überschuldeten Familien.
  • Förderung einer verantwortungsbewussten Kreditvergabe.
  • Qualifizierte Informationsoffensive zur Überschuldungsproblematik.
  • Stärkere Einbindung der Schuldnerforschung in die Armuts- und Bildungsdebatte.

Link zum SchuldnerAtlas:

http://www.creditreform.de/nc/aktuelles/news-list/details/news-detail/schuldneratlas-deutschland-2015-2157.html

iff - Überschuldungsreport 2015

Das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (iff) hat den Überschuldungsreport vorgelegt.

 

Die Daten basieren auf Auswertungen von 20 Beratungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet und mehr als 57 000 Beratungsfällen.

 

Zu den Kernergebnissen zählt, dass trotz Wirtschaftswachstums kein Rückgang der Überschuldungszahlen festgestellt werden konnte. Die Anzahl der sog. Aufstocker ist gleichbleibend hoch. Überschuldung verfestigt sich. Das P-Konto hat sich mit 1,8 Millionen bei der Schufa gemeldeten Konten etabliert. Der Anteil der Ratsuchenden ohne Konto geht weiter zurück und liegt aktuell bei 8,7 Prozent. Der Bericht betont die Wichtigkeit von Überschuldungsprävention.

 

Zu den Überschuldungsauslösern: Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit, Konsumverhalten und gescheiterte Selbständigkeit kam im vergangenen Jahr Einkommensarmut als sechste Kategorie hinzu, die nun bereits als zweithäufigster Auslöser zählt.

 

Diesjähriger Schwerpunkt des Berichts ist die außergerichtliche Einigung. Damit kann ein Verbraucherinsolvenzverfahren abgewendet werden. In zwanzig Prozent der Fälle konnte im vergangenen Jahr eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Außergerichtliche Einigungen sind häufig dann erfolgreich, wenn die Schuldenhöhe nicht so hoch ist und wenn Gläubiger wie Banken sowie Inkasso- und  Telekommunikationsunternehmen mit „im Boot“ sind.
In einem Gastbeitrag legt Prof. Dr. Harald Ansen die "Auswertung einer Erhebung über den Status außergerichtlicher Einigungen in der Sozialen Schuldnerberatung" vor.

 

iff – Überschuldungsreport 2015: http://www.iff-ueberschuldungsreport.de/index.php?id=1976&viewid=48888&page=0

Kontakt

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V.
 
Fachberatungsstelle
Arnstädter Straße 28
99096 Erfurt
Thüringen
 
Tel:       (0361) 74438-120 bis 122
Fax:      (0361) 74438-123
 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!